Wachstum in der Systemgastronomie scheitert selten am Konzept selbst – sondern daran, dass die operative und administrative Basis nicht mitwächst. Ein Fall aus unserer Beratungspraxis zeigt, wie ein System innerhalb von drei Jahren von 4 auf rund 50 Standorte skaliert wurde, ohne dass dabei die Konsistenz verloren ging.
Ausgangslage
Am Anfang standen vier Standorte, die einzeln gut funktionierten – getragen von den Menschen, die sie aufgebaut hatten. Für ein Wachstum in dieser Größenordnung reichte das jedoch nicht.
Der Ansatz: Dokumentation vor Wachstum
Bevor die eigentliche Expansion begann, wurde das gesamte System vollständig aufgesetzt – operativ und administrativ, inklusive sämtlicher Handbücher, aller Rezepturen und der kompletten Operation in dokumentierter Form.
Die Umsetzung: Testen, anpassen, dann expandieren
Neue Standort-Konzepte wurden zunächst in Testbetrieben erprobt. Erst nach dieser Erprobung und den daraus resultierenden Anpassungen erfolgte die eigentliche Expansion. Die Vollauslastung neuer Standorte fiel dabei unterschiedlich aus – abhängig von Lage und lokalem Markt, was als erwartbarer Teil der lokalen Anpassung behandelt wurde.
Das Ergebnis
Innerhalb von drei Jahren wuchs das System von 4 auf rund 50 Standorte. Entscheidend war, dass die operative und administrative Basis diesem Tempo standhielt, weil sie vor der Expansion vollständig aufgesetzt war.
Was sich daraus verallgemeinern lässt
Systeme, die zuerst wachsen und die Dokumentation nachträglich nachziehen, geraten fast immer an eine Grenze, an der Wachstum und Konsistenz sich gegenseitig ausbremsen. Die strikte Reihenfolge Dokumentation, Erprobung, Expansion ist der eigentliche Hebel.
Aus Diskretionsgründen ist der Betrieb in diesem Beitrag anonymisiert. Die genannten Kennzahlen entsprechen einem realen Projekt aus unserer Beratungspraxis.