Zwei Kennzahlen tauchen in fast jedem Gespräch über Wirtschaftlichkeit auf: der Wareneinsatz und der Deckungsbeitrag. Beide werden häufig verwendet, aber selten in ihrem eigentlichen Zusammenhang verstanden.
Zwei verschiedene Fragen
Der Wareneinsatz beantwortet: Wie viel Prozent des Verkaufspreises fließt in die Ware? Der Deckungsbeitrag beantwortet eine andere Frage: Wie viel Geld bleibt tatsächlich übrig, um Fixkosten zu decken und Gewinn zu erwirtschaften?
Warum ein niedriger Wareneinsatz nicht automatisch gut ist
Ein Produkt mit sehr niedrigem Wareneinsatz in Prozent kann trotzdem ein schwacher Deckungsbeitragsbringer sein, wenn der absolute Verkaufspreis niedrig ist. Wer nur auf den prozentualen Wareneinsatz schaut, optimiert am Ende möglicherweise die falschen Produkte.
Warum ein hoher Deckungsbeitrag nicht automatisch profitabel macht
Ein Gericht mit exzellentem Deckungsbeitrag, das kaum bestellt wird, trägt in Summe weniger zum Ergebnis bei als ein Gericht mit moderatem Deckungsbeitrag, das sich sehr häufig verkauft.
Wo beide Kennzahlen zusammenfinden
Wirklich aussagekräftig wird es erst, wenn Wareneinsatz und Deckungsbeitrag gemeinsam mit der Verkaufshäufigkeit betrachtet werden. Diese Kombination zeigt, welche Positionen tatsächlich das Rückgrat der Wirtschaftlichkeit bilden.
Die typische Fehlentscheidung
Bei sinkender Marge wird oft zuerst an der Kalkulation einzelner Produkte mit hohem Wareneinsatz gedreht. Die belastbarere Frage lautet meist nicht „Wo ist der Wareneinsatz zu hoch?“, sondern welche Kombination aus Wareneinsatz, Deckungsbeitrag und Verkaufsmenge das Ergebnis trägt.
Der eigentliche Punkt
Wareneinsatz und Deckungsbeitrag sind keine konkurrierenden Kennzahlen, sondern zwei Perspektiven auf dasselbe Geschäft. Erst im Zusammenspiel – immer zusammen mit der tatsächlichen Verkaufsmenge – ergeben sie ein belastbares Bild.
Gastronomieprofis unterstützt Betriebe dabei, Sortiments- und Preisentscheidungen auf Basis des vollständigen Zusammenspiels dieser Kennzahlen zu treffen.